Vor rund 1,5 Jahren beschloss der Zentralvorstand (ZV) des ZTV, Akrobatikturnen als Projekt im Spitzensport aufzunehmen – vor allem in Anbetracht der Heim-WM 2020 in Genf. Die Zielsetzungen waren hoch und von vielen externen Rahmenbedingungen abhängig. Entsprechend glaubten, verständlicherweise, nicht viele an den Erfolg. Es fehlte sowohl die Swiss Olympic als auch die Jugend und Sport (J+S) Anerkennung.


Trotzdem bewies der ZV Mut, eröffnete das Projekt und startete es mit Unterstützung von ZKS-Projektgeldern sogar kostenneutral. Der Mut wurde nach und nach belohnt. So konnte im Januar 2019 unter der Leitung von Cheftrainerin Nina De Schoenmacker (ehemals Wente) eine RLZ Struktur mit elf Athletinnen und Athleten aufgesetzt werden. Mittlerweile ist diese Zahl bereits auf 15 Athletinnen und Athleten angewachsen. Es ist eine kleine Nachwuchsgruppe dazu gestossen, zusätzlich konnte mit Iara De Schoenmacker eine unentgeltliche Assistenztrainerin gefunden werden. Ende 2019 konnte ein Mixed Paar aus dem RLZ erfolgreich zurück in die Vereinsstruktur geführt werden. Die RLZ Athletinnen und Athleten zeigten in kürzester Zeit enorme Fortschritte und konnten zur Freude des ZTV schon einige sehr gute nationale und internationale Resultate einfahren. Auch das oberste Ziel, eine Qualifikation zur Heim-WM in Genf, wurde erreicht. Gleich zwei RLZ Einheiten sowie eine weitere Einheit schafften den Sprung in die Nationalmannschaft für die Heim-WM. Durch die momentane weltweite Situation wurde die
für Ende Mai datierte WM allerdings abgesagt und wird voraussichtlich um ein Jahr verschoben. Nun halten sich die Athletinnen und Athleten des RLZ Akrobatik, genauso wie ihre Kolleginnen und Kollegen aus dem gesamten ZTV, zuhause im Heimtraining mit speziellen Trainingsplänen fit.


Corona stoppt dementsprechend momentan den Schwung in der Halle – aber das heisst nicht, dass Akrobatikturnen in der Schweiz allgemein stillsteht. Neben den hohen sportlichen Zielen galt es auch die Swiss Olympic sowie die J+S Anerkennung zu erhalten. Swiss Olympic konnte bereits 2019 realisiert werden und seit dem 1. Januar 2020 ist Akrobatikturnen in der Schweiz eine anerkannte Sportart. Hier entstehen zurzeit die ersten nationalen Kader, bei denen nicht zuletzt die ZTV Athletinnen und Athleten gute Chancen auf einen Platz haben. Erfreulich dabei ist, dass bereits erste Athletinnen in Swiss Olympic Sportschulen aufgenommen wurden und mit Zusatz-Dispensen ausgestattet werden konnten.


Mitten in der Corana-Krise fällt der Entscheid des Bundesrates vom 3. April 2020. Mit diesem Entscheid mausert sich das Akrobatikturnen in der Schweiz von einem Kind zu einem gesunden, motivierten Jugendlichen. Der Mut des ZV hat sich gelohnt und der ZTV ist abermals ein Vorreiter und Visionär des Turnsportes in der Schweiz. Akrobatikturnen ist dank der Unterstützung
des ZTV und des STV eine anerkannte Jugend und Sport Sportart. Der nächste herausfordernde Schritt ist, zusammen mit dem STV und J+S das entsprechende Kursangebot aufzubauen.


Jetzt gilt es erwachsen zu werden. Damit sind alle Zielsetzungen des Projekts bereits jetzt erfüllt. Jetzt gilt es erwachsen zu werden. Das Arbeitspensum, die Anzahl Athletinnen und Athleten sowie hauptsächlich deren Qualität gilt es nachhaltig zu erhöhen. Einer der grössten und sicher wichtigsten Schritte ist es, eine eigene Infrastruktur aufzubauen. Zurzeit trainiert das RLZ dankeswerterweise in Rümlang bei den Kunstturnern, sofern Kapazitäten verfügbar sind.

Hauptsächlich findet das Training aber noch immer in schlecht ausgestatteten Schulturnhallen statt, Trainingseinheiten
unter Wettkampfbedingungen sind somit viel zu selten möglich. Ein Ende dieses Nomadenlebens sollte kurz- bis mittelfristig angestrebt werden und hat oberste Priorität. Das Ressort Akrobatikturnen, bestehend aus Kerstin Wadsack sowie Nina und Ian De Schoenmacker, arbeitet weiterhin intensiv mit dem ZTV, dem STV sowie dem Schweizer Akrobatikturn Verband zusammen, um die Sportart weiter voranzutreiben. Ein grosser Dank gilt den Vereinen im Akrobatikturnen sowie der Geschäftsstelle des ZTV, welche dank ihrer Unterstützung und dem Hinterfragen der Ressortarbeit dazu beigetragen haben, dass wir heute an diesem erfreulichen Punkt stehen.


Text: Ressort Akrobatikturnen
Quelle: ZTV
Bilder: Sandro Schmucki

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