Wenn spektakuläre Hebefiguren mit atemberaubenden Wurfelementen und mitreissender Musik verschmelzen, dann ist das Akrobatikturnen. Der Sport wurde schon im alten Ägypten ausgeübt, wie in Fresken zu sehen ist. Der Name kommt vom griechischen «acrobateo» und bedeutet «der auf den Fussspitzen Gehende». Akrobatikturnen ist eine Mannschaftssportart und wird in Teams von zwei bis vier Personen ausgeübt. Die Akrobatinnen und Akrobaten arbeiten ohne Geräte in Harmonie und Vertrauen, jede und jeder ist für seine Partnerin oder seinen Partner verantwortlich. Die Akrobatinnen und Akrobaten benötigen Kraft, Stabilität und Mobilität (Beweglichkeit), Bewegungskoordination, eine gute Wahrnehmung sowie eine hohe Konzentration.

Die Disziplin wurde in den 1950er-Jahren in Europa – insbesondere in Bulgarien, Polen und Russland – erfunden und entwickelt. Die ersten Weltmeisterschaften fanden im Jahr 1974 in Moskau statt. Seit 1997 steht das Akrobatikturnen auf dem Programm der World Games, einer Veranstaltung, die nicht olympische Disziplinen zusammenführt. Seit 2015 ist die Disziplin zudem Teil der Europäischen Spiele, dem entsprechenden Anlass auf europäischer Ebene. Das Akrobatikturnen war das erste Mal im Jahr 2018 an den Youth Olympic Games in Buenos Aires vertreten. Der bekannte Cirque du Soleil brachte das Akrobatikturnen auf die Weltbühne und ist heute Partner der Fédération Internationale de Gymnastique (FIG).

Im Jahr 1974 tauchte die Schweiz mit der Teilnahme an der ersten Weltmeisterschaft in Moskau auf der Akrobatiklandkarte auf. 1975 und 1981 organisierte der Schweizer Sport-Akrobaten-Verband in Widnau (SG) den ersten beziehungsweise dritten World Cup im Akrobatikturnen. Die Sportart verlor hierzulande in den 80er-Jahren an Bedeutung und blühte erst 1993 wieder auf. Akrobatikfans gründeten in diesem Jahr den Schweizerischen Sportakrobatikverband, um der «neuen» Sportart eine Struktur zu geben. Seit 2021 ist Akrobatikturnen eine offizielle J+S-Sportart.

Balance Übung

Kraft, Balance und Mobilität sind die charakteristischen Merkmale einer Balanceübung. Die Partnerinnen oder Partner halten während der gesamten Dauer der Paar-/Gruppenelemente (Pyramiden/Hebefiguren) Kontakt.
Damit Halteelemente wirken, müssen die Akrobatinnen und Akrobaten sie einen Moment lang stabil halten (an Wettkämpfen jeweils für drei Sekunden). 

Tempo Übung

In einer Tempoübung zeigen die Akrobatinnen und Akrobaten möglichst viele geworfene und gefangene Elemente. Dabei präsentieren sie zahlreiche Varianten von Drehungen (Breiten-, Tiefen- und Längsachsendrehungen) sowie Körperhaltungen (gehockt, gebückt, gestreckt). Die Flugphase charakterisiert Tempoelemente. Dabei besteht kein Körperkontakt zwischen den Partnerinnen oder Partnern. 

Kombinierte Übung

Eine kombinierte Übung verbindet die charakteristischen Elemente von Balance- und Tempoübungen. Eine kombinierte Übung dient meist als Finalübung. Die Alterskategorie Jugend hat keine kombinierte Übung, sondern nur eine Balance- und eine Tempoübung. Das nationale Nachwuchsprogramm kennt nur eine Kombiübung. 

Man unterscheidet in folgenden Kategorien

  • Damenpaar
  • Herrenpaar
  • Gemischtes Paar (Untermann muss männlich sein, Oberfrau weiblich)
  • Damengruppe (drei Frauen)
  • Herrengruppe (vier Männer)

Alterskategorien

  • Nationales Programm (7–15 Jahre)
  • Kategorie 11–16 Jahre
  • Kategorie 12–18 Jahre
  • Junior/innen (13–19 Jahre)
  • Senior/innen (15+)
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